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BUNDESMODELLPROGRAMM SENIORENBÜRO

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Auftraggeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Kooperationspartner:
Laufzeit: 1992 - 1997


Bearbeitende Wissenschaftler:

1.Phase: Joachim Braun, Frauke Clausen, Lisa Sommer, Frank Thomas
2.Phase: Stefan Bischoff, Hanka Meves


Zielsetzung:

Ermittlung der Arbeitsweise, institutionellen Anbindung und praktischen Umsetzung der Seniorenbüros als neuer Form der Engagementförderung

Kurzbeschreibung:

Fragestellung und Zielsetzung des Vorhabens

In das Modellprogramm des damaligen Bundesministeriums für Familie und Senioren wurden in der ersten Phase insgesamt 32 Seniorenbüros aufgenommen. Das Modellprogramm startete im November 1992 mit der Förderung von zunächst drei Seniorenbüros. 29 Seniorenbüros nahmen ihre Arbeit im Verlauf des Jahres 1993 auf. Die Hauptaifgabe von Seniorenbüros besteht in der Aktivierung und in der Förderung des Engagements von Älteren in neuen Tätigkeitsfeldern. Adressaten sind Menschen, die nach Beruf und Familie für sich und andere etwas tun wollen.
Ziel der wissenschaftlichen Begleitung in der ersten Phase (1993-1995) war es, Arbeitsweisen und institutionelle Anbindungen der Seniorenbüros zu vergleichen und das Innovative dieses neuen Einrichtungstyps herauszuarbeiten. Sie ermittelte, wie sich die Aktzeptanz der Seniorenbüros bei den Nutzer/Innen, Trägern und Kooperationspartnern entwickelt und wie sich die Seniorenbüros langfristig im System der kommunalen Altenarbeit verankern können.
Nach dem erfolgreichen Aufbau und der Konsolidierung der Seniorenbüros in der ersten Phase des Modellprogramms Seniorenbüro von 1993 bis 1995 wurden die Seniorenbüros vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in einer zweijährigen Verlängerungsphase weiter gefördert. Erstens hat sich der zielgruppenorientierte Ansatz von Engagementberatung und Unterstützung durch Seniorenbüros als neuer Weg der kommunalen Altenpolitik bewährt. Dies zeigt sich auch an dem zunehmenden Interesse vieler Städte und Kreise an der Konzeption und am Aufgabenprofil der Seniorenbüros.
Zweitens hat sich gezeigt, daß die von Trägern, Kommunen und Ländern bis dato erschlossenen Finanzierungsgrundlagen für eine längerfristige Etablierung der Seniorenbüros in den Kommunen noch nicht ausreichen. Gleichwohl zeichneten sich gute Perspektiven ab, daß die große Mehrheit der Seniorenbüros nach dem Auslaufen der Überbrückungsfinanzierung durch den Bund eine tragfähige Dauerfinanzierung erreichen wird.
Vor diesem Hintergrund bestand eine wichtige Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung darin, den Institutionalisierungsprozeß der Seniorenbüros zu unterstützen und mit den beteiligten Akteuren zu klären, welche Finanzierungsstrategien für eine dauerhafte Absicherung der Seniorenbüros geeignet sind.
Ein besonderes Interesse der Verlängerungsphase bestand in der Untersuchung der Tätigkeitsfelder und der Engagementbereiche, für die sich die von Seniorenbüros aktivierten Senioren engagieren. Hierzu wurde in 39 Städten und Kreisen eine umfangreiche Befragung der Senioren durchgeführt, die sich nach der Beratung im Seniorenbüro freiwillig engagieren oder an Gruppen, Projekten und Veranstaltungen der Seniorenbüros teilnehmen.

Aus den Erfahrungen der Verlängerungsphase werden im Endbericht folgende Fragen beantwortet:

Methoden und Durchführung

Die Evaluation der Seniorenbüros basiert auf fünf Erhebungen und qualitativen Untersuchungen der wissenschaftlichen Begleitung durch das ISAB-Institut:

Ergebnisse und Schlußfolgerungen

Auf die konkrete Arbeitsweise der Seniorenbüros und die praktische Umsetzung engagementfördernder Leistungen für Senioren wird im Endbericht resümierend eingegangen. Fragen zum Aufbau, zur Leistungserbringung, zur personellen und sachlichen Ausstattug von Seniorenbüros wurden bereits in den zur ersten Modellprogrammphase vorgelegten Berichten der wissenschaftlichen Begleitung beantwortet.
Anhand der Befragung von Senioren zum Umfang und zu den Voraussetzungen ihres freiwilligen Engagements wird gezeigt, worin die gesellschaftliche Relevanz des freiwilligen Engagements von Senioren und sein altenpolitischer und gesellschaftlicher Nutzen besteht. Insbesondere der hohe Anteil des generationsübergreifenden Engagements, aber auch die gegenseitige Hilfe innerhalb der alten Generation verweisen auf vielfältige Wertschöpfungsaspekte, die durch das von Seniorenbüros aktivierte zusätzliche freiwillige Engagement von Senioren geschaffen werden.
Für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements im Alter bieten die dokumentierten Ergebnisse zu den Leistungen der Seniorenbüros und dem Engagement der Senioren Entscheidungshilfen zur Klärung der Anforderungen und Ziele einer engagementunterstützenden Infrastruktur in Städten und Kreisen.
Der aus den Erfahrungen der Senioorenbüros gewonnene Befund der erfolgreichen zielgruppenorientierten Engagementunterstützung ist ein wichtiges Anforderungskriterium für die angemessene Engagementförderung in Kommunen. Der dem Modellprogramm Seniorenbüro zugrundeliegende Ansatz zur Förderung des freiwilligen Engagements und der Selbsthilfe von Senioren geht davon aus, daß die erfolgversprechendste Perspektive zur Aktivierung des freiwilligen Engagements eine in Städten und Kreisen auszubauende engagementunterstützende Infrastruktur ist. Seniorenbüros als ein Teil dieser Infrastruktur haben sich hierbei als Gelegenheitsmacher, welche Moderatoren und zentrale Anlaufstellen für die an freiwilligem Engagement interessierten Senioren bewährt. Mit Hilfe des von ihnen entwickelten Aufgabenprofils ist es ihnen in hohem Maße gelungen, bisher nicht engagierte Senioren für freiwilliges Engagement zu gewinnen und bereits engagierte Senioren in ihrer Engagementbereitschaft zu bestätken.

Outputs:
(Zu den Veröffentlichungen)
Braun, J./ Claussen, F.: Freiwilliges Engagement im Alter. Nutzer und Leistungen der Seniorenbüros. Schriftenreihe des BMFSFJ Bd. 142. Kohlhammer, 1997.

Claussen, Frauke/ ISAB Köln (Konzeption und redaktionelle Bearbeitung): Praxishandbuch für Seniorenbüros - Handreichungen aus dem Modellprogramm Seniorenbüro. Schriftenreihe: Materialien zum Modellprogramm Seniorenbüro (BMFSFJ Hg.) Bd. 11

Braun, Joachim/Bischoff, Stefan: Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen: Motive und Aktivitäten. Engagementförderung in Kommunen - Paradigmenwechsel in der offenen Altenarbeit. ISAB-Verlag Köln Nr. 53

Braun, J./Emons, G. (ISAB-Institut Köln): Seniorenbüro: Beispiel für eine neue Altenarbeit in der Kommune. Nutzen, Einrichtung, Finanzierung. Stuttgart; Marburg; Erfurt; Wiehl, 1999. (Praxisbeiträge zum bürgerschaftlichen Engagement im dritten Lebensalter; Bd. 6).

Aktives Leben im Alter. Dokumentation der Tagung in Heidelberg zum Europäischen Jahr der Älteren Menschen und der Solidargemeinschaft der Generationen 1993,Schriftenreihe: Materialien zum Modellprogramm Seniorenbüro (BMFSFJ Hg.), Band 8.

Braun, J./ Lege, C. (Red. Bearb.): Wegweiser in ein aktives Alter: Seniorenbüros. Tagungsbericht. Köln, 1996. Schriftenreihe: Materialien zum Modellprogramm Seniorenbüro (BMFSFJ Hg.), Bd. 12

Braun, J./ Becker, I. (Red. Bearbeitung): Engagementförderung als neuer Weg der Kommunalen Altenpolitik. Dokumentation der Fachtagung vom 22. bis 23 September 1997 in Bonn. Schriftenreihe des BMFSFJ Bd. 160. Kohlhammer, 1998